„Wir wollen hoch, so viel ist klar“ – Die Bezirksliga im Blick: Unsere Damen vor der Rückrunde

„Wir wollen hoch, so viel ist klar“ – Die Bezirksliga im Blick: Unsere Damen vor der Rückrunde

Endlich geht es am Wochenende auch für unsere Damen wieder richtig los. Am Sonntag steht nach viel zu langer Pause endlich das erste Pflichtspiel im Jahr 2019 auf dem Programm. Das Ziel in der Rückrunde ist klar: Die Mannschaft von Wolfgang Rinke will im Frühling in die Bezirksliga aufsteigen.

Die Winterpause ist ja bei den Herren eigentlich schon viel zu lang. Durch Weihnachtsfeiern, Feiertage, den Jahreswechsel und noch ganz vielen anderen Möglichkeiten lässt die Form nach, vielleicht gehen ein paar Gramm auf die Hüften. Da ist man froh, wenn es im Januar mit der Vorbereitung und im Februar endlich wieder mit der Liga los geht.

Und jetzt versetzt euch in die Lage unserer Damen. Da dauert die Winterpause einfach noch einen Monat länger. Vier Wochen mehr, in denen trainiert und geschliffen wird, ohne das es am Ende der Woche Ertrag in Form von Punkten dafür gibt. Das ist eine schwere Zeit!

Am kommenden Sonntag aber endet diese Zeit endlich. Dann geht es auch für die Mädels von Trainer Wolfgang Rinke wieder los. Dann geht es endlich wieder um Punkte. Um Punkte, die am Ende der Saison den nächsten Aufstieg besiegeln sollen. „Die Bezirksliga ist unser erklärtes Ziel“, sagt Rinke auch entschlossen.

Die Bezirksliga im Blick

Klar, alles andere würde man dem erfahrenen Coach auch nicht mehr abnehmen. Nach einer ersten Halbserie, die wie im Traum verlaufen ist. Von 27 möglichen Punkten haben unsere Frauen bisher sagenhafte 23 geholt. Erst zwei Mal musste das Team überhaupt erst Punkte abgeben. Und auch der Blick auf das Torverhältnis zeigt: Das ist die beste Mannschaft in der Kreisliga A. Mit 33 stellt man die beste Offensive der Liga, mit nur 13 Gegentoren ebenso die beste Defensive der Liga.

Im Winter hat Rinke noch ein wenig am Kader gearbeitet. Sechs neue Spielerinnen haben sich den Geistern angeschlossen. Namentlich sind das Janine Stock (Abwehr, kam von ÖSG Viktoria), Sinja Reuther (Mittelfeld, ÖSG Viktoria), Heike Czyganowski (Abwehr/Mittelfeld, ÖSG Viktoria), Tiziana Bark (Mittelfeld/Angriff, SV Preußen), Anna Lena Klarholz (Angriff, VfB Lünen) und Lena Möllmann (Abwehr, Rückkehr nach Pause).

Sie alle sollen den Kader in der Breite und auch in der Spitze verstärken. Mit den Neuen ist Rinke in der Lage, anders auf Situationen reagieren zu können. 23 Spielerinnen umfasst der Kader nun. „Mit den Leuten, die jetzt neu dabei sind, machen wir auf jeden Fall noch einmal einen großen Schritt nach vorne“, freut sich Rinke.

Neue Torfrau im Sommer

Für den Sommer steht darüber hinaus in Vanessa Schön auch schon der nächste Neuzugang fest. Die Torfrau kommt von den Sportfreunden Nette in die Geist. „Auch hier freuen wir uns schon. Es ist einfach wichtig, auch auf der Position doppelt besetzt zu sein“, kommentiert Rinke.

Man könnte meinen, bei aktuell sechs beziehungsweise acht Punkten auf die Verfolger, dass die Rückrunde schon zu einer Art Probelauf für kommende Saison in der dann neuen Spielklasse wird. Das aber will Co-Trainerin und Spielerin Sonja Zimmermann noch nicht zulassen. „Wir müssen auch bedenken, dass wir die Spiele die noch anstehen, in der Hinrunde zwar gewonnen haben, aber nie wirklich klar. Bevor wir von der Meisterschaft und dem Aufstieg reden, möchte ich die Spiele erst einmal auch absolvieren.“

Tolle Entwicklung

Aber die allgemeine Entwicklung stimmt bei den Geisterfrauen. Seit dem Neustart im Jahr 2016 sind viele der damaligen Spielerinnen am Ball geblieben und haben sich weiterentwickelt. Gelang im ersten Jahr schon der direkte Aufstieg aus der B- in die A-Liga, war die vergangene Saison eine Saison der Entwicklung. Die Mannschaft ist reifer, erfahrener geworden und kann nun besser mit gewissen Situationen umgehen.

„Die Leute sind ja jetzt schon lange zusammen. Teilweise haben sie hier in der ersten Zeit schon zusammengespielt und waren auch mit uns in Brambauer. Das ist alles toll zusammengewachsen. Wenn ich da zum Beispiel an „Miri“ (Miriam Droege) denke. Die ist heute gar nicht mehr rauszudenken. Wo die überall mit dem Kopf hingeht, selbst im Training. Und auch ihre Schusstechnik hat sich bis heute wirklich enorm verbessert. Mailin und Dilia haben wir damals als U17-Spielerinnen mit dazu genommen, die haben sich spielerisch wunderbar entwickelt in den letzten Jahren. Generell haben wir uns super verbessert“, sagt Rinke darauf angesprochen.

Und die Mannschaft soll gerne so zusammen bleiben. „Die Gespräche führen wir gerade“, so Rinke. Durch die neue Konkurrenz im Kader erhoffen sich Rinke und Zimmermann auch im Training neue Impulse. Durch den gestiegenen Konkurrenzkampf erhofft man sich hier noch ein bisschen mehr Engagement.

Es gibt noch Potenzial für Verbesserungen

Bei allem Lob gibt es aber auch noch Luft nach oben. „Wir haben manchmal wirklich extreme Ballverluste. Da könnte ich die Wände hochgehen. Du hast Zeit und kannst den Ball spielen. Und dann werden die Mädels doch manchmal nervös und spielen den Ball irgendwo hin. Das muss sauberer und besser werden“, erklärt Rinke.

Auch im Abschluss sieht der Trainer noch Potenzial nach oben. „Und wir müssen clever werden“, ergänzt Zimmermann. Wie sie das meint? „Wenn man führt, muss man auch mal Zeit von der Uhr nehmen. Auch mal ein taktisches Foul begehen. Wir sind mitunter viel zu nett.“

Wo geht die Reise hin?

Seien wir ehrlich: Es wäre auch schade, wenn es keine Möglichkeiten der Besserung mal geben würde. Unsere Damen scheinen auf dem richtigen Weg zu sein. Der Aufstieg in die Bezirksliga ist möglich. Es wäre der nächste Schritt einer echten Erfolgsgeschichte.

Und dann? Das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht. Aber gehen wir einen Schritt nach dem anderen. Das ist gesünder, als sich in großen Worten zu verstricken.

Großer Wunsch: Eine U17 für den BV Lünen !

Das letzte Wort sollen aber an dieser Stelle die Trainer haben. Also Wolfang, hast du noch irgendwas zu sagen? „Ja, natürlich. Ich würde mich freuen, wenn wir bei den Spielen der Mädels noch ein paar mehr Zuschauer auf der Anlage begrüßen könnten. Die Mannschaft hat sich das verdient.“

Und auch Sonja hat noch etwas, dass sie gerne los werden würde. Einen Wunsch an den Verein. „Ich würde mich freuen, wenn wir hier auf lange Sicht auch wieder eine Mädchenmannschaft hätten. Eine U17 wäre schon echt toll. Wir könnten uns unseren Nachwuchs selber ausbilden. Vielleicht ist da draußen ja die ein oder andere, die Lust auf Fußball bei uns hat…“.

Florian Dellbrügge

Florian Dellbrügge ist Geschäftsführer des BV Lünen und gleichzeitig verantwortlich für die Homepage der Geister. Bei Fragen und Anregungen darfst du dich gerne an ihn wenden. Du erreichst ihn unter florian.dellbruegge@bv05.de