BV Lünen bleibt B-Ligist – Geister scheitern vor allem an sich selbst

Und am Ende waren sie nicht bereit. Nein, so haben die Mannen der Ersten sich die Aufstiegsrelegation sicherlich nicht vorgestellt. Man hatte vorab viele Szenarios im Kopf, dieses Spiel gegen Eintracht Dorstfeld konnte sich so aber wohl niemand vorstellen.

Mit 2:4 haben die Geister am Samstagnachmittag das Nachsehen. Nach 90 Minuten, die einen mitunter leider etwas sprachlos lassen. Nichts von dem, was die Mannschaft in der regulären Saison auf den Platz gebracht hat, war in Kirchderne so wirklich zu sehen. Und das ausgerechnet vor gut 400 Leuten im wichtigsten Spiel der Saison.

In einer Partie auf sehr schwachem Niveau war es dann auch der spätere Sieger, der den Anfang machte. Nach 29 Minuten bekam Dorstfeld einen Elfmeter zugesprochen, den Kotlewski sicher verwandelte. So sicher, dass er das nach einer Stunde auch noch einmal gemach hat…

Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Barkowski auf 2:0 für Dorstfeld. Und als Dustin Nehm in der 55. Minute das 3:0 erzielte, da war so langsam klar, in welche Richtung dieser Nachmittag laufen würde. Der schon angesprochene zweite Elfmeter von Kotlewski stellte dann auf 4:0 – Das Ding war durch. Oder?

Es ehrt die Geister, sich dann nicht aufgegeben zu haben. Stephan Voigt und Tom Mlinski brachten den BV05 bis zur 71. Minute noch einmal auf 2:4 heran. Doch alles Hoffen und Bangen war umsonst, es hat nicht mehr für weitere Tore gereicht.

„Wir wollten, egal was passiert, alles raushauen. Das ist uns aber gerade in der ersten Halbzeit einfach gar nicht gelungen. Das war echt nicht gut. Da müssen wir uns im Trainerteam jetzt auch mal die Frage stellen, ob wir aus den letzten Wochen die richtigen Schlüsse gezogen haben“, sagte ein hörbar geknickter Dennis Gerleve nach dem Spiel.

Und weiter sagte er: „Wir haben nach diesem Spiel und dieser Saison jetzt die Erkenntnis, dass uns in den großen Spielen einfach noch etwas fehlt. Da sind wir ein Stück entfernt von anderen Mannschaften. Da fehlt es offenbar noch an Abgeklärtheit und Erfahrung. Das ist eine Qualität die uns ganz offensichtlich noch abgeht.“

Wie schon angeklungen, hadert der Coach vor allem mit der ersten Halbzeit. „Da haben wir es echt verpennt. Da laden wir den Gegner mit unseren Fehlern zum Toreschießen ein. Das Credo heute ist echt, dass wir zu viele Totalausfälle hatten.“

Das sieht auch Co-Trainer Marcell Gebauer so: „Am Ende des Tages haben wir es nicht hinbekommen, clever genug zu sein, um so ein Spiel zu gewinnen.“

Doch sagt er auch: „Auch wenn das Ende jetzt doof ist, so war das Große und Ganze in dieser Saison doch gut“.

Und damit sollten wir nun in die Sommerpause gehen. Denn ganz klar ist: Wir stehen wieder auf. Ab Anfang Juli wissen alle, was das Ziel für 2019/2020 ist.

Erinnern wir uns nun an die tollen Momente, die uns die Saison trotz allem beschert hat. Sei es eine starke Hallenstadtmeisterschaft, sei es der gelungene Karnevalsumzug durch Lünen-Süd oder seien es die vielen Tore und Siege der Mannschaft.

Es ist nicht alles schlecht. Wirklich nicht.

Und irgendwann, irgendwann einmal…