Blut, Schweiß und Tränen: Das ist die Horrorstrecke aller Geister

Blut, Schweiß und Tränen: Das ist die Horrorstrecke aller Geister
Borussia Dortmund macht ja dieser Tage geile Fitness-Videos. Andere Vereine rufen Challenges ins Leben und wollen ihre Mitglieder auf Zack halten. Leider sehen wir nicht gut genug für Videos aus. Daher haben wir uns für den guten, alten Text und die passende Bildergalerie entschieden. Kreativ wie eh und je eben.
Halloween ist auch schon ein paar Tage vorbei, aber hey, euer BV Lünen – stets zu spät für jeden Trend
Wir dachten uns, wir sorgen mal für Flashbacks bei unseren Aktiven, für Alpträume bei den Lauffaulen und für Fitnesstipps für alle motivierten Leserinnen und Lesern. Also kommt mit uns auf die Reise und wir zeigen euch die schaurig schöne Laufstrecke, die in den letzten Jahrzehnten für viel Blut, Schweiß und Tränen gesorgt hat.
Wir starten auf der schönsten Anlage der Stadt. Also in der Geist. Nur als Hinweis für die Leute, die das noch nicht wussten. Jedenfalls verlassen wir gut für das Wetter ausgerüstet die Kabine, gehen durchs Eingangstor hindurch und biegen rechts ab: Der Wald ruft!
Beim Lüner SV Tennis vorbei und schon geht sie los die wilde Fahrt. Die ersten adipösen Menschen unter uns werden, sobald wir am Bahnübergang angekommen sind, schon ein wenig in Bedrängnis geraten. Aber die oft vorbeiziehenden Güterzüge sorgen vielleicht für eine erste, kurze Entlastung.
Anschließend lassen wir die Schienen vorerst links liegen und laufen weiter. Denkt immer an euren eigenen Rhythmus dabei. Durchlaufen ist vorerst wichtiger als schnelles Laufen. An der Holzbrücke vorbei in Richtung Industriegebiet. Am Ende des Waldstücks angekommen stellt sich immer die erste Frage: Sind wir stark oder sind wir schwach?
Denn es könnte nun geradeaus in Richtung Moltkestraße und zurück zum Platz gehen. Es könnte aber auch links ab ins Industriegebiet gehen. Und genau das haben wir vor.
Kurz eingeschoben sei aber auch das noch: Der Legende nach hat es schon Spieler beim BV Lünen gegeben, die hier den Bus genommen haben und bequem am Platz wieder ausgestiegen sind…
Aber wir ziehen durch: Im Industriegebiet geht der Blick schnell einmal nach rechts, wir winken den Leuten vom Sandstrahlenexpress zu – ein treuer Sponsor unserer Geister.
Aber weiter geht’s. Hier lässt sich vor allem der malerische Ausblick genießen. Lünen in seiner ganzen Schönheit. Mit all den faulen Gerüchen und Industriewolken, die es so gibt. Bevor wir zu viel davon bekommen, biegen wir lieber mal rechts ab. Hin zu einem echten Hingucker der Stadt Lünen.
Denn jetzt geht es, ihr ahnt es sicher schon, zur Schlossmühle Lippolthausen. Da, wo einst die Familie Frydag zu Buddenburg das Sagen hatte, da kann heute geheiratet werden. Weil wir das gerade aber ganz sicher nicht vor haben, geht es für uns hier geradeaus weiter.
Aber wo das Wort Buddenburg schon fiel. Das wollen wir uns genauer ansehen. Am Ende des Mühlenwegs warten zwei Möglichkeiten auf uns. Wir könnten rechts abbiegen und langsam zurück in die Geist. Wir könnten aber auch weiter über die Brücke. Und genau das machen wir auch.
Denn am Ende der Brücke finden wir den nächsten durchaus historisch relevanten Ort der Stadt Lünen. Hier stand einst das Haus Buddenburg. Erstmals erwähnt wurde es 1293. Neben Abrissen und Neubauten passierten hier im Laufe der Jahre auch schaurige Dinge. Morde, Suizide und nicht zuletzt auch eine dunkle Epoche durch die Einnahme der Nationalsozialisten. All das führte in der Moderne zu einem langen Leerstand und zuletzt zum Abriss im Jahre 1977. Seitdem erinnern Ligusterhecken an den genauen Ort, wo das Haus stand.
Aber genug Geschichtsunterricht, wir sind hier nicht zum Spaß! Wir laufen den Weg weiter. Bis wir irgendwann an einen Abzweig kommen. Hier haben wir die Wahl, ob wir weiter hoch nach Alstedde laufen wollen oder lieber rechts abbiegen und zurück in Richtung Stadtmitte ziehen. Also ganz schnell nach rechts. Aber ganz schnell.
Hier wartet noch einmal ein durchaus knackiger Anstieg auf uns. Bei der nächsten Möglichkeit biegen wir nach rechts ab und finden uns auf dem unendlich langen Lippedamm wieder. Spätestens hier werden viele Oberschenkel ziehen, Waden zu machen und Lungen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Aber wir haben es ja so gewollt!
Der Lippedamm mit der Namensgebenden Lippe nebenan kann für so einen Amateur schon einmal ganz schön lang werden. Aber irgendwann ist auch das geschafft. Wir wollen am Ende des Weges an der Gabelung links hoch zur Brücke.
Auf die begeben wir uns dann. Sobald sie überquert ist nutzen wir die erste Möglichkeit um nach rechts Richtung Segelflugplatz abzubiegen. Diesem Weg folgen wir jetzt bis zum Hangar. Das ist der Ort, wo die meisten von euch einmal im Jahr ziemlich betrunken dem Feuerwerk frönen. Jaja, ihr wisst schon, dass genau ihr gemeint seid
Jetzt haben wir es fast schon geschafft. Denn wir sind an der Moltkestraße angekommen. Diese laufen wir bis zur Einfahrt mit dem tollen Schild: Sportanlage in der Geist. Jetzt hindert euch nur noch die wohl schlechteste Straße der Stadt Lünen von der warmen Dusche. Also noch ein letztes Aufbäumen und schon stehen wir vor den Toren unseres Platzes. Wir haben es geschafft.

Florian Dellbrügge

Florian Dellbrügge ist Geschäftsführer des BV Lünen und gleichzeitig verantwortlich für die Homepage der Geister. Bei Fragen und Anregungen darfst du dich gerne an ihn wenden. Du erreichst ihn unter florian.dellbruegge@bv05.de